Projektwoche Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums Heidelberg | © DAV Heidelberg/Jörg Wöhe
Projektwoche Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums Heidelberg | © DAV Heidelberg/Jörg Wöhe
Projektwoche Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums Heidelberg | © DAV Heidelberg/Jörg Wöhe
Projektwoche Elisabeth-von-Thadden-Gymnasiums Heidelberg | © DAV Heidelberg/Jörg Wöhe

Höhenmeter statt Hausaufgaben

Unsere Projektwoche auf der Heidelberger Hütte

24.07.2026

Jedes Jahr haben alle Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen an unserer Schule die Möglichkeit, an einem ganz besonderen Projekt teilzunehmen. Statt einer normalen Schulwoche geht es für fünf Tage hinaus aus dem Klassenzimmer – zu spannenden Projekten, bei denen man Neues entdeckt, Verantwortung übernimmt und vor allem als Gemeinschaft zusammenwächst. Das Besondere: Während dieser Woche bleiben die Handys zu Hause. So erlebt man einmal bewusst eine Zeit ohne ständiges Display, dafür mit vielen echten Gesprächen, gemeinsamen Erlebnissen und Erinnerungen, die lange bleiben.

Für uns ging es in diesem Jahr auf die Heidelberger Hütte in der Silvretta – mitten hinein in die beeindruckende Bergwelt der Schweiz.

Eine lange Anreise in die Berge

Am 20. Juli 2026 startete unsere Reise früh morgens in Heidelberg. Mit dem Zug ging es über Mannheim, Ulm, München, Kufstein und Landeck-Zams bis nach Ischgl. Von dort brachte uns ein Bus weiter zur Silvrettabahn.

Eigentlich wollten wir von der Mittelstation der Gondel noch zur Heidelberger Hütte hinauf wandern. Doch wegen mehrerer Zugverspätungen und eines Polizeieinsatzes direkt in unserem Zug kamen wir deutlich später als geplant an. Deshalb wurden wir schließlich mit Taxis zur Hütte gebracht. Einige fanden es zwar schade, dass die erste Wanderung ausfallen musste – nach der langen Anreise waren die meisten aber auch ganz froh darüber.

Oben angekommen wurden wir von Hüttenwirt Loisl herzlich empfangen. Nach einer warmen Mahlzeit mit Suppe, Hauptgericht und Nachtisch konnten wir endlich unsere Zimmer beziehen. Die gemütliche Hütte und der traumhafte Blick auf die umliegenden Berge machten sofort Lust auf die kommenden Tage.

Hoch hinaus

Am ersten richtigen Tag stand direkt eine anspruchsvolle sechsstündige Wanderung zu einem Bergsee am Fuorcla da Tasna auf über 2.700 Metern Höhe auf dem Programm.

Der Aufstieg hatte es in sich. Über steile, steinige Pfade kämpften wir uns immer weiter nach oben und fragten uns zwischendurch mehr als einmal, wann wir endlich unser Ziel erreichen würden. Doch die Mühe wurde belohnt: Der türkisfarbene Bergsee und das beeindruckende Panorama waren einfach unglaublich.

Einer aus unserer Gruppe sprang sogar mutig in das eiskalte Wasser. Wir anderen fanden es deutlich angenehmer, den See mit mehreren Jackenschichten vom Ufer aus zu bewundern.

Unterwegs entdeckten wir Murmeltiere, Kühe und eine faszinierende Alpenlandschaft. Besonders angenehm war außerdem, dass es dort oben kaum Mücken gibt. So konnten wir die Abende entspannt vor der Hütte verbringen und einfach die Ruhe genießen.

Arbeiten wie echte Wegebauer

An den nächsten beiden Tagen hieß es: Ärmel hochkrempeln!

Gemeinsam mit dem DAV-Wegewart Marc Derungs reparierten wir Wanderwege, legten Regenrinnen an und entfernten große Steine und andere Hindernisse. Mit Spitzhacke, Schaufel und Rechen wurde ordentlich gearbeitet.

Natürlich sahen wir danach ziemlich dreckig aus – aber genau das gehörte irgendwie dazu. Es war ein tolles Gefühl, am Ende des Tages zu sehen, was wir gemeinsam geschafft hatten.

Besonders schön war der Gedanke, dass künftig viele Wanderinnen und Wanderer über Wege laufen werden, die wir selbst mitgebaut und verbessert haben.

Und ehrlich gesagt: Alle 17 von uns waren sich am Ende einig, dass die Arbeit überraschend viel Spaß gemacht hat.

Gut essen, viel lachen

Nach den anstrengenden Arbeitseinsätzen schmeckte das Essen auf der Hütte gleich doppelt so gut. Ob Gulaschsuppe, Kaiserschmarrn, warmer Apfelstrudel oder eine heiße Schokolade – wir freuten uns jeden Tag aufs Essen. Nach so vielen Höhenmetern war schließlich immer jemand hungrig.

Natürlich durfte auch der Spaß nicht fehlen. Wer baut den höchsten Steinturm? Welche Gruppe errichtet den stabilsten Staudamm? Oder welches selbst geschriebene Lied bringt alle zum Lachen? Manchmal wurde zwar länger diskutiert als gebaut – genau das machte die kleinen Wettbewerbe aber besonders lustig.

Auch in unserer Freizeit wurde es nie langweilig. Wir spielten Werwolf, saßen abends zusammen, machten Spaziergänge oder genossen einfach die Aussicht. Obwohl wir aus verschiedenen Klassen kamen, verstanden wir uns von Anfang an richtig gut. Schon nach kurzer Zeit fühlte es sich an, als würden wir uns schon viel länger kennen.

Zwei Lehrer, viele Erinnerungen

Begleitet wurden wir von Herrn Schellhammer und Herrn Wöhe. Beide sorgten die ganze Woche über für eine entspannte Atmosphäre und gute Stimmung.

Herr Schellhammer brachte uns mit seiner lockeren Art immer wieder zum Lachen, während Herr Wöhe fast ununterbrochen mit seiner Kamera unterwegs war und jeden besonderen Moment festhielt. Manchmal war das zwar ein bisschen peinlich – inzwischen sind wir aber froh, dass es so viele tolle Erinnerungsfotos gibt.

Ein spektakulärer Abschluss

Am letzten Tag wartete noch ein echtes Highlight auf uns.

Zunächst wanderten wir rund elf Kilometer zurück ins Tal. Danach ging es mit dem Skyfly weiter – einer Zipline, auf der man mit bis zu 88 km/h über die Landschaft fliegt. Von der Mittelstation aus schwebten wir fast bis zur Bushaltestelle in Ischgl und konnten die beeindruckende Bergwelt noch einmal aus einer völlig neuen Perspektive erleben.

Für viele von uns war das der absolute Höhepunkt der Woche und ein perfekter Abschluss unserer Projektfahrt.

Eine Woche, die bleibt

Was nehmen wir mit nach Hause?

Müde Beine. Dreckige Wanderschuhe. Beeindruckende Fotos von Bergen, Murmeltieren und Kühen. Richtig gutes Essen. Unzählige lustige Momente. Neue Freundschaften. Und vor allem die Erfahrung, dass man auch ohne Handy eine richtig tolle Zeit haben kann.

Unsere Projektwoche auf der Heidelberger Hütte war viel mehr als nur eine Schulveranstaltung. Sie war ein Abenteuer, ein Gemeinschaftserlebnis und eine Woche voller neuer Erfahrungen, die wir so schnell bestimmt nicht vergessen werden.

Miriam & Noemi