Helmholtz Heidelberger Jahre | © DAV Heidelberg / N.N.

Geschichte der Sektion Heidelberg 1869 e.V.

31.03.2022

1869 wurde die Sektion Heidelberg als eine der Gründungssektionen des "Deutschen und Österreichischen Alpenvereins" von Professor Dr. Hermann Helmholtz ins Leben gerufen.

„Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts nimmt die alpintouristische und bergsteigerische Bewegung solche Ausmaße an, dass sich Gruppen, Vereine, bald auch Fachbücher und Fachperiodika, nämlich die alpinen Zeitschriften, ausbilden.

Den alpinistischen Eroberungen folgen nun alpinistischer Gedankenaustausch und weitreichende Berichterstattung. Damit beginnt eine neue Art und Weise des Alpinismus. Der Gründung des Alpine Club in London (1857) folgt (…). Weitere alpine Vereine werden gegründet, 1862 in Wien, 1863 in Olten, 1867 in Turin und 1869 in München.“

(aus: Helmut Zebhauser, „Fünf Epochen der Alpingeschichte“, Berg 85)

Franz Senn gründete 1869 in München gemeinsam mit Gleichgesinnten den Deutschen Alpenverein; dies geschah auch, weil man mit der eher wissenschaftlichen Ausrichtung des 1862 in Wien gegründeten Österreichischen Alpenvereins unzufrieden war. Am 9. Mai fand im Saal der „Blauen Traube“ eine Versammlung von 36 Alpenfreunden statt, bei der die Gründung des Deutschen Alpenvereins mit der Konstituierung seiner ersten Sektion in München erfolgte.

Einem provisorischen Aufruf an alle Alpenfreunde, „Sektionen des Deutschen Alpenvereins“ zu bilden, folgte bald ein weiterer, der bereits viele namhafte Unterschriften trug, darunter auch die von Geh. Rath Professor Dr. Hermann von Helmholtz aus Heidelberg.

Helmholtz ist uns heute als Universalgelehrter bekannt, es gab damals kaum eine naturwissenschaftliche Disziplin, in der er nicht forschte. Er war Mitglied in naturwissenschaftlichen Gesellschaften und war das, was man heute als „gut vernetzt“ bezeichnet. So kam es, dass er als Professor der Physiologie auf Initiative von Prof. Bunsen 1858 nach Heidelberg berufen wurde. Er verließ Heidelberg wieder im Jahr 1871, um in Berlin den Lehrstuhl für Physik zu besetzen.

Weniger bekannt ist, dass er ein begeisterter Wanderer und Bergfreund war, wobei auch auf seinen Bergfahrten immer die Beobachtung und das Erforschen der Naturphänomene eine Rolle spielte.

Er verbrachte seine Sommerurlaube regelmäßig in der Schweiz, hier gehörte Pontresina zu seinen Lieblingsaufenthaltsorten. Aber er war auch Gast bei Franz Senn in Vent, wie ein Eintrag aus dem Gästebuch der Pfarrei in Vent von 1867 belegt. Helmholtz war mit Senn und anderen Bergfreunden kameradschaftlich verbunden. 1877 machte er zusammen mit John Tyndall, einem der Bergpioniere des Matterhorns und einem der Erstbesteiger des Weißhorns, Wanderurlaub in den Schweizer Hochalpen.

Aus der Gedächtnisrede von Emile du Bois-Reymond für Helmholtz am 4. Juli 1895 in der Akademie der Wissenschaften zu Berlin:

(…) der geographischen Physik und Meteorologie mit gleicher Liebe und Meisterschaft sich zuwenden sieht. Seine erste Leistung in diesem Sinne betrifft das Eis und die Gletscher und sie verdankt ihre Entstehung sicherlich zweierlei Umständen, erstens den von Helmholtz unternommenen Gletscherwanderungen, zweitens den gerade damals aufgestellten Gletschertheorien (…) Durch eine Reihe von zweckmäßig ersonnenen Versuchen gelang es Helmholtz, das Entstehen des charakteristischen Gletschereises aus dem Firn mit überzeugender Treue nachzuahmen.

(…)

Er war von mittlerer Größe, kräftigem Wuchs und edler Haltung, ein rüstiger Bergsteiger und als Sohn der Havel ein tüchtiger Schwimmer. (…) Es war beim gemächlichen Steigen über waldige Berge bei sonnigem Wetter, dass ihm über die ihn gerade beschäftigenden Probleme Aufschlüsse kamen, die ihm mit der Feder in der Hand am Schreibtische versagt blieben.

 In der Chronik unserer Sektion steht der 23. Juli 1869 als Gründungstag. Es ist der Tag, an dem im Heidelberger Journal in Form eines Aufrufs allen Alpenfreunden die Bildung einer Sektion Heidelberg bekannt gemacht und zum Beitritt aufgefordert wird.

Am 30. Juli 1869 findet die erste Versammlung im alten Museumsbau statt, Helmholtz hält bei dieser ersten Versammlung einen Vortrag mit dem Thema „Über Gletscher“.

Hermann von Helmholtz wird schon 1871 nach Berlin berufen, um dort den Lehrstuhl für Physik zu besetzen.

1. Vorsitzender der Sektion Heidelberg wird daraufhin Professor Eisenlohr.

In den ersten fünf Jahren nach der Gründung schwankt die Zahl der Mitglieder zwischen 17 und 21. Im Unterschied zu vielen anderen Sektionen können Frauen in Heidelberg von Anfang an Mitglied werden. Das erste dokumentierte weibliche Mitglied der Sektion Heidelberg findet man im Jahrbuch des DAV von 1870 – 1871.

Zum zehnjährigen Bestehen werden schon 61 Mitglieder gezählt. Zum 25sten Jubiläum der Sektion im Jahr 1894 beträgt die Mitgliederzahl 108, darunter inzwischen auch fünf Frauen: Freifrau v. Bujanovitz, Freifräulein v. Glaubitz, Frau Fritz Landfried jr., Fräulein J. Stoltz und Frau v. Traitteur.

„In der ersten Zeit ihres Bestehens äusserte sich die Thätigkeit der Sektion ausser in den sommerlichen Ausflügen der Mitglieder ins Hochgebirge, hauptsächlich in den regelmässigen Zusammenkünften, welche Gelegenheit zu Reiseberichten und anderen Vorträgen gaben, und in Ausflügen in der schönen näheren und weiteren Umgebung Heidelbergs, wodurch die Kräfte für die Hochgebirgstouren in Übung gehalten wurden und welche im Winter oft einen recht alpinen Charakter annehmen. Dazu kamen gemeinsame Ausflüge mit den Nachbarsektionen Frankfurt, Darmstadt, Karlsruhe, Freiburg und Schwaben. (…) Seit dem Jahre 1880 tauchte indessen der Gedanke an ein bedeutenderes Unternehmen, an den Bau einer Schutzhütte in den Alpen auf. Da die Mitgliederzahl und dementsprechend die Finanzkraft der Sektion nur mässig war, so beschloss man zunächst allmählich einen Hüttenfond anzusammeln.“

(aus der Festschrift zum 25jährigen Bestehen der Sektion)

Zwanzig Jahre nach Sektionsgründung wird am 19. August 1889 die Heidelberger Hütte im Fimbertal im Silvrettagebiet eröffnet. Ihre besondere Lage auf Schweizer Gebiet und ihre stetig wachsende Beliebtheit vor allem bei den Schitourengehern mit entsprechend steigenden Anforderungen werden die Sektion immer wieder an die Grenzen vor allem der finanziellen Belastbarkeit bringen.

Die Sektion Heidelberg beschreitet nun den „dornenvollen Weg einer hüttenbesitzenden Sektion“

Das 25jährige Jubiläum wird gebührend gefeiert, mit einem liebevoll ausgestalteten Programmheft und vielen originellen Einfällen. In den Jahren bis 1914, also bis zum 35jährigen Bestehen der Sektion, verläuft das Sektionsleben ruhig, die Anzahl der Mitglieder steigt auf über 200. Während der ersten Weltkrieges dann ist „..das Interesse an den Vereinsvorgängen naturgemäß gering, wo alle Kräfte der Verteidigung des Vaterlandes dienstbar gemacht werden müssen“ (aus dem Jahresbericht der Sektion 1916). Im Gebirge tobt der Krieg, die Heidelberger Hütte wird von Schweizer Patrouillen kontrolliert. Es findet nur eine Versammlung im Jahr statt, die Mitteilungen erscheinen nur in verkürzter Form.

Das 50jährige Jubiläum kann 1919 in den schwierigen Nachkriegszeiten nicht gefeiert werden, so dass 1924 in kleinerem Rahmen das 55jährige Jubiläum gefeiert wird.

Während der Jahre der Nachkriegsinflation hat die Sektion schwer zu kämpfen, vor allem, da ihr „Pflegekind im Hochgebirge“ während des Krieges sehr gelitten hat und zu einem Sorgenkind geworden ist, das nur mit größtem personellen und finanziellem Engagement wieder aufgepäppelt werden kann. Die Sektion Heidelberg selbst erfreut sich eines Mitgliederzuwachses, im Jahr 1925 können 636 Mitglieder gezählt werden.

Die Entwicklung des Mitgliederbestandes in den Jahren von 1929 – 1933 ist jedoch wieder rückläufig, diese Entwicklung spiegelt sich auch im gesamten Alpenverein wider. Die Gründe dafür liegen in der hohen Arbeitslosigkeit und der Deflation dieser Jahre.

Einen weiteren Mitgliederschwund gibt es nach 1933 zu verzeichnen. 1938 hat die Sektion Heidelberg nur noch 353 Mitglieder. Dieser Rückgang wird in den Jahresberichten mit der Einführung eines Arierparagraphen in die Satzung, mit wirtschaftlicher Not und mit der politischen Sperre gegen Österreich, die die Sektionsarbeit erschwert, begründet.

Ab 1938 wird nach dem Anschluss Österreichs der DÖAV als nunmehr Deutscher Alpenverein dem Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert.

Die Vereinsaktivitäten konzentrieren sich weiterhin auf den Erhalt und die Bewirtschaftung der Heidelberger Hütte, was aufgrund der Lage der Hütte auf Schweizer Gebiet große Schwierigkeiten macht.

Aber auch Sektionsabende, Lichtbildervorträge und Wanderungen in der näheren und weiteren Umgebung bestimmen das Vereinsleben. Zu erwähnen ist Fritz Neidinger, der als Schiwart und später auch Jugendwart mit viel Engagement für einen Zusammenhalt in der Sektion sorgt.

Der Kriegsausbruch 1939 bringt eine vollständige Abtrennung der Heidelberger Hütte von der Sektion und dadurch entsprechende finanzielle Schwierigkeiten. Zudem werden mehr und mehr Mitglieder einberufen. Im Laufe der Kriegsjahre muss die Sektion äußerst sparsam wirtschaften, Bergfahrten sind nur selten möglich, es bleiben die Wanderungen im Odenwald.

1944 ist auch das Jahr des 75jährigen Bestehens der Sektion und des Deutschen Alpenvereins. Eine große Feier, wie man sie sich zu Friedenszeiten ausgedacht hatte, verbietet sich aufgrund der ernsten Lage. In diesem Jahr hat die Sektion allerdings 504 Mitglieder!

Unter der Verwaltung der Alliierten erfolgt 1945 die Auflösung und das Verbot des Deutschen Alpenvereins und aller seiner Sektionen als nationalsozialistische Organisation und die Beschlagnahmung der Heidelberger Hütte als Eigentum einer kriegsführenden Macht.

Erst nach der Währungsreform 1948 finden sich 259 Bergfreunde auf Initiative von Dr. A. Gätschenberger wieder zunächst als „Heidelberger Alpenverein“ zusammen. Mit der Wiederzulassung des Deutschen Alpenvereins gibt es auch wieder eine Sektion Heidelberg.

In den Anfangsjahren ist die wiedergegründete Sektion Heidelberg „hüttenlos“. Auf Initiative von Dr. Gätschenberger wird eine Schiunterkunft in Unterstmatt im Schwarzwald angemietet, um einen Anlaufpunkt für die Schifahrer und Wanderer zu haben. Als diese zu klein wird, wird die „Schönbrunner Hütte“ ab 1951 zum Stützpunkt, bis sie ebenfalls zu klein wird und die Sektion 1979 in der Wiedenbachhütte ihre endgültige Unterkunft im Schwarzwald findet. Seither dient diese Wanderern, Kletterern und Schifahrern als Anlaufstelle und feiert 2019 ihr 40stes Hüttenjubiläum.

Die Heidelberger Hütte bleibt bis 1953 beschlagnahmt und wird dann als erste der beschlagnahmten Hütten wieder an die Sektion Heidelberg zurückgegeben. Viele Umbaumaßnahmen bestimmen ab da wieder Sektionsleben und -finanzen!

In den 50er und 60er Jahren ist die Sektion im Wiederaufbau, nicht nur der Hütten, sondern auch ihrer Strukturen: Es gründen sich immer neue Bergsportgruppen und die Jugendarbeit wird intensiviert.

1989 wurde das 100jährige Jubiläum der Heidelberger Hütte gefeiert. Ein Anlass zur Freude und zum Feiern – aber auch im Vorfeld schon mit Spannungen in der Sektion. Einigen Mitgliedern war die Hütte nach dem Umbau zu komfortabel ausgefallen.

1991 wurde die Sektion Buchen gegründet, die Sektion Heidelberg verlor so 277 Mitglieder, die bislang als Ortsgruppe Buchen der Sektion angeschlossen waren. Ein willkommener Neuzugang war die Ortsgruppe Waghäusel 1992.

Die 90er Jahre wurden bestimmt durch die kontroverse Diskussion „Klettern und Naturschutz“. 1992 trat das Biotopschutzgesetz in Kraft, das die Zahl der Mittelgebirgsklettermöglichkeiten drastisch verringerte. Der damalige Landesvorsitz des Naturschutzbundes Deutschland forderte gar ein „kletterfreies Baden-Württemberg“. So sehr man auch als Mitglied eines Naturschutzvereins den Naturschutzgedanken unterstützt, so weh tat es doch mancher Klettererseele, die einstmals begangenen Touren nun nicht mehr klettern zu dürfen. Dies führte einerseits dazu, dass man im Verein über die Errichtung einer künstlichen Kletteranlage nachdachte, andererseits musste auch über die weitere Nutzung der heimischen Klettergebiete Riesenstein, Ziegelhausen und Schriesheim ein für alle Seiten annehmbarer Kompromiss gefunden werden. Durch das herausragende Engagement einiger konnte für den Schriesheimer Steinbruch eine Lösung erarbeitet werden, die seit 1999 das Klettern erlaubt. Der Umweltschutzgedanke und die Überlegungen, wie man den geliebten Bergsport umweltverträglich ausüben kann, nimmt immer mehr Raum ein, vor allem, seit uns durch den Klimawandel die Auswirkungen der Landschaftszerstörung immer deutlicher vor Augen geführt werden. Schon in den Neunzigerjahren liest man von Klimawandel und globaler Erwärmung, von der Verschiebung der Vegetationszonen in den Alpen und vom Gletscherschwund.

Ein Thema, das die Sektion in den 90er Jahren vorrangig beschäftigt, ist die Suche nach einem Standort für ein Vereins- und Kletterzentrum. Es werden immer wieder verschiedene Lösungen angedacht und in Angriff genommen, darunter auch Kooperationen mit anderen Sportvereinen, aber keine Idee kommt zur Ausführung und nichts scheint den Bedürfnissen gerecht werden zu können. So erscheint es fast als Erlösung, als die Stadt Heidelberg der Sektion im Jahr 2002 ein Grundstück in der Nähe des Sportzentrums Süd am Harbigweg anbietet. Das Vereins- und Kletterzentrum rückt in greifbare Nähe! Somit werden die Vereinsgeschäfte 2003 durch die Bauvorbereitungen bestimmt – man muss sich um die Baupläne, die Finanzierung, um Zuschüsse und Bauanträge kümmern! Mit viel Energie und Engagement kann der erste Spatenstich dann am 29. März 2004 nach 15 Jahren Planung und Suche gemacht werden, die feierliche Grundsteinlegung erfolgt im April, und schon am 15. Oktober kann die neue Kletterhalle ihren Betrieb aufnehmen. Ein Name ist auch schnell gefunden: Der Name „VertiGo“ macht in einem Preisausschreiben das Rennen. Auch die Geschäftsstelle zieht in das neue Vereinszentrum um, das außerdem mit zwei Seminarräumen Platz für Seminare und andere Vereinsveranstaltungen bietet. 

1997 tritt die Sektion in den Badischen Sportbund ein, der als Fachverband die Interessen der Sektion für den Bergsport vertritt. Als Bindeglied zwischen Sportbund und Sektion entsteht so das Referat „Alpinistik“. 2002, im internationalen Jahr der Berge, bringt sich die Sektion Heidelberg durch viele Veranstaltungen ins Bewusstsein der Heidelberger. Darunter sind auch Veranstaltungen zum 20. Todestag von Reinhard Karl, dem wohl berühmtesten Heidelberger Sektionsmitglied. 2003 wird eine junge Heidelberger Kletterin, Dörte Pietron, ins Expedkader des Deutschen Alpenvereins aufgenommen. In den folgenden Jahren wird die Sektion sie bis zur Abschlussexpedition 2005, die sie ins Charakusa Valley im Karakorum führt, unterstützen. 2008 durchsteigt sie als erste Frau die Westwand des Cerro Torre in Patagonien.

Mit der Eröffnung des Kletterzentrums kann die Sektion schnell steigende Mitgliederzahlen verzeichnen, von ca. 5750 Mitgliedern Anfang 2004 auf 9000 Mitglieder im Jahr 2018. Die Kletterhalle platzt vor allem in den Wintermonaten bald aus allen Nähten, sie arbeitet an der Kapazitätsgrenze, so dass schnell über eine Erweiterung der Halle nachgedacht wird. Vorsorglich werden Bauvoranträge gestellt, um sich die Möglichkeit der baulichen Erweiterung zu sichern. Nach und nach entstehen in der näheren und weiteren Umgebung neue Kletter- und Boulderhallen. Die Heidelberger Halle ist immer noch gut ausgelastet, vor allem im Winter, und bleibt ein beliebter Treffpunkt der Heidelberger Kletterer.

2017 gibt es noch eine Erweiterung der Kletterfläche: Die Sektion hat an der „Sportvereint“ - Ausschreibung der Dietmar-Hopp-Stiftung teilgenommen. Es werden jeweils 20.000 Euro an Sportvereine ausgelobt, die durch ihre Aktivität Jung und Alt verbinden. Mit einer guten Bewerbung und einem überzeugenden Video gewinnt die Sektion und kann die 20.000 Euro in den Bau einer Außenkletterwand investieren. Schon im Herbst 2017 wird diese eingeweiht. Sie bietet zusätzliche 220 m² Kletterfläche mit 14m Höhe und 90m² Strukturwand mit 8m Höhe.

Vor allem Kinder und Jugendliche zieht die neue Kletterhalle und der Klettersport an. Das fordert eine intensive Jugendarbeit. 2006 gibt es schon acht Jugendgruppen, darunter eine integrative Gruppe, seit 2012 ist die Jugendgruppe für Kletterer mit und ohne Behinderung ein fester Bestandteil der Jugendarbeit. 2018 kümmern sich inzwischen 30 Jugendleiter*innen um ca. 130 Kinder und Jugendliche. Es gibt eine eigene Sektionsjugendordnung, ein eigenes Budget und eine selbstverantwortliche Verwaltung. Die Jugendarbeit orientiert sich am Positionspapier der JDAV und engagiert sich „für Toleranz, Interkulturalität, Solidarität, Humanität und Demokratie und gegen jede Gewalt“ (JDAV Positionspapier. Die JDAV als ein Ort der kritischen politischen Auseinandersetzung –. Für ein demokratisches und respektvolles Miteinander. Sitzung der Bundesjugendleitung Ulm, 2017). Es gibt viele Aktionen und viel Aktivität in den Jugendgruppen, zudem tolle Erfolge der Wettkampfgruppe. Im Februar 2019 fand die erste Jugendvollversammlung der Sektion statt. Aus dem Engagement der Jugend für Geflüchtete geht das Referat “Vielfalt“ hervor  und ersetzt das lange unbesetzte Referat „Sportklettern für Behinderte“. Die Initiator*innen verstehen sich als eine Anlaufstelle zu Fragen und zur Förderung der Integration und Inklusion in der Sektion. Sicherlich ist eine intensive Jugendarbeit eine zukunftweisende Arbeit im Verein. Genauso muss ein Verein aber auch der demographischen Entwicklung der Gesellschaft gerecht werden. Ein guter Anfang wurde hier mit der Bewerbung um den Preis der „Sportvereint“ – Initiative gemacht, hoffen wir, dass es uns auch in Zukunft gelingt, Jung und Alt zu vereinen und ein Verein für alle zu sein!

Auch Naturschutz und nachhaltiger Tourismus sind Themen, die den Verein in Zukunft beschäftigen werden. 2005 wird der DAV bundesweit als Naturschutzverbund anerkannt und die Anerkennung des Landesverbandes des DAV als 10. staatlich anerkannte Naturschutzvereinigung im Land 2016 stehen für ein „erfreuliches Miteinander“, geben dem DAV aber auch die Möglichkeit, bei Planungs- und Gesetzgebungsverfahren mitzuwirken. Dass Bergsport und Naturschutz einander nicht ausschließen, sondern auch in diesem Bereich eine gute Zusammenarbeit möglich ist, zeigen gerade im Heidelberger Raum die guten Beispiele der Kletterregelungen oder auch der Einsatz des Referats „Mountainbike. Naturschutz äußert sich auch darin, dass die Heidelberger Sektionsnachrichten seit der 200sten Ausgabe 2013 umweltfreundlich gedruckt werden, das Referat „Naturschutz“ auf dem Gelände des Vereinszentrums Wildbienenhotels aufstellt und 2011 eine vielbeachtete Ausstellung „Klettern und Naturschutz“ nach Heidelberg holt.

Aufgaben im Bezug auf „nachhaltigen Tourismus“ und im Hinblick auf den Klimawandel sind, um nur einige wenige zu nennen:

•          Das „richtige“ Maß im Bergsport

•          Das Problem der weiten Anreise

•          Der nachhaltige Bergtourismus

Hier gibt es sicher keine Musterlösungen und keine Patentrezepte, hier sollte jeder für sich entscheiden dürfen – die Aufgaben des Vereins liegen hier in der Bewusstseinsbildung und im Aufzeigen möglicher Alternativen und anderer Herangehensweisen.